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Rückenwind

Arbeitsstipendium Bayern 2022

Fotocredits: © Wolfgang Maria Weber StMWK

Letzte Woche war ich in München – nein, nicht beim Oktoberfest. Sondern in der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in der Münchner Residenz. Der Anlass war höchst erfreulich: Für meinen geplanten zweiten Erzählband „Kritische Masse“ habe ich eines der diesjährigen Arbeitsstipendien des Freistaats Bayern erhalten.

Die Verleihung war sehr feierlich, mit Staatsminister – und einer Autorin, deren Kopf gerade eben so über die Urkunde ragt (siehe Foto). Sie ging dann auch gerade so in den Koffer, die Urkunde, haarscharf.

Es war eine schöne Veranstaltung – auch deswegen, weil sie nicht nur feierlich, sondern zugleich auch angenehm entspannt und locker war. Und es war interessant, einen Einblick in die Projekte der Kolleg:innen zu bekommen – von Lyrik über Romane, Erzählbände und Comics / Graphic Novels und ein historisches Kinderbuch. Man kann das übrigens auch jetzt noch nachlesen, und zwar im Programmheft der Stipendiumsverleihung.

Leider war wenig Zeit, einander kennenzulernen – wie das bei solchen Veranstaltungen eben ist -, aber doch genug, dass sich daran anknüpfen lässt.

Verleihung der Arbeitsstipendien des Freistaats Bayern für Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Mittwoch, 28. September 2022, Vortragssaal der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, Münchner Residenz. © Wolfgang Maria Weber StMWK

Außerdem habe ich nette Kolleg:innen wiedergesehen, darunter den Fürther Autor Leonhard F. Seidl, der im Frühjahr Gast unserer Würzburger Lesebühne war und der ebenfalls ein Stipendium erhielt, und Arwed Vogel, den Vorsitzenden des VS Bayern, mit dem ich ansonsten meist per E-Mail im Austausch bin, weil ich die Website des VS Bayern betreue.

Zum ersten Mal „in Präsenz“ habe ich die Buch-PR-Expertin Birgit Böllinger getroffen – ein feiner Anlass und eine Riesenfreude. (Sie hatte 2016 eine Buchbesprechung meines ersten Erzählbands „Nachts, weit von hier“ auf ihrem Buchblog „Sätze und Schätze“ geschrieben, über die ich mich unglaublich gefreut habe. So haben wir uns kennengelernt.)

Und noch mehr Wieder- und Erstmals-Live-Begegnungen gab es: Mit Ofelia Huamanchumo de la Cuba vom VS Bayern und ihrem Mann, Dr. Silvia Heudecker vom Irseer Pegasus, Frau Donoughue vom Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Dr. Peter Czoik vom Literaturportal Bayern

Dr. Pia-Elisabeth Leuschner von der Stiftung Lyrikkabinett kannte ich noch nicht, aber ich konnte ihr persönlich danken für ihre Laudatio zu meinem geplanten Erzählband:

„Behutsam und nuancenreich fangen die neun Erzählungen in Ulrike Schäfers Band Kritische Masse Alltagssituationen ein, die sich für die Figuren unerwartet als Extrem- und Umbruchsituationen erweisen. Erfahrungen wie Krebskrankheit, Demenz, Rechtsextremismus oder sexuelle Belästigung prägen ein Panorama versehrter Biographien, das die Fragilität von Glück und selbstbestimmter Existenz erfahrbar macht.“

Dr. Pia-Elisabeth Leuschner

Meine Sorge war ja, dass das alles zu behutsam ist, um in einem Wettbewerb – der eine solche Stipendiumsausschreibung ja nun mal ist – überhaupt wahrgenommen zu werden. War es nicht! Große Freude.

Jetzt ist dann wieder stilles Werkeln angesagt, das einsame Schreiben, Verwerfen, Neuschreiben, Überarbeiten … und wieder von vorn. Auf dass alles gut werde, jedenfalls so gut wie möglich. Mit diesem Wind im Rücken.