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Arbeitsstipendium

Literaturstipendium

Die Normalität (jedenfalls meine) ist: Man muss viel probieren, wenn mal was klappen soll. Einige quälende Jahre lang stand ich mir beim Schreiben so sehr selbst im Weg, dass ich kaum Texte zu Ende brachte, die ich irgendwo hätte einsenden können – an Literaturzeitschriften, Wettbewerbe und dergleichen.

Dann wurde es langsam besser. Ich habe viel geschrieben, aber auch vieles angefangen und wieder verworfen. Allerdings nur vermeintlich verworfen, wie ich inzwischen weiß. Diese Texte dürfen jetzt erst mal in ihren Zwischenständen vor sich hinsimmern.

Zurzeit schreibe ich wieder Erzählungen, sende auch wieder einiges in die Welt hinaus und ernte fleißig Absagen – wie das eben so ist. Eine Zeit lang habe ich sogar „Absagen sammeln“ auf meine Todo-Liste geschrieben, weil ich es so befreiend fand. Die Aufgabe war also lediglich, Absagen zu ermöglichen – und wer nichts probiert, kriegt auch keine Absagen.

Jetzt, in diesem heißen August, stand ich gerade knietief im Textsumpf, als mich die Nachricht erreichte: Für meinen geplanten Erzählband erhalte ich eines der diesjährigen Arbeitsstipendien des Freistaats Bayern. Große Freude!

Der Text, der auf dem Foto neben dem Brief abgebildet ist, ist immer noch ein einziges Gestrüpp von falschen Sätzen. Aber so ist das eben, auch beim Schreiben selbst: viel Probieren, viel Scheitern. Den Ton nicht finden, an die Figuren nicht rankommen, nicht verstehen, worum es überhaupt geht … verwerfen, wieder versuchen. Fröhlich durch den Sumpf waten, zwei Schritte vor, drei zurück. Zurzeit merke ich wieder, wie unglaublich gerne ich das mache. Im Moment bin ich ein bisschen abgelenkt von der guten Nachricht, aber ich freu mich schon drauf, wieder weiterzuwaten. Ganz bald.

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