Kategorie: Logbuch

Lange Antworten auf kurze Fragen

Letzten Donnerstag durfte ich – anlässlich einer Lesung im Rahmen der Reihe „Literatur im Salon“ – wieder einmal nach Stuttgart fahren und habe dabei viele nette Leute kennengelernt und alte Bekannte wiedergetroffen. Ich hatte ja 2015 die wunderbare Gelegenheit, ein Vierteljahr im Stuttgarter Schriftstellerhaus zu wohnen, und daher rühren viele Verbindungen, die auch zur Teilnahme an dieser Lesereihe führten, zu der Astrid Braun vom Schriftstellerhaus mich eingeladen hat.

Mein Gastgeber, Moritz Heger, der Lehrer und selbst auch Autor ist und in dessen Räumen die Veranstaltung stattfand, hat mir zwischen der Lesung einige Fragen gestellt, und es entspann sich ein Gespräch, das sich sehr schnell und auf sehr schöne, intensive Weise ins Publikum hinein ausgeweitet hat – das ist ja immer die Traumsituation, die man aber nicht planen, sondern sich nur erhoffen kann.

In meinem Kopf wirken Moritz Hegers Fragen immer noch nach und geben mir die Gelegenheit, mir über einiges klar zu werden – ausführlicher, als man das normalerweise tut. Das Ganze packe ich nun kurzerhand in eine Reihe von Blogposts, die ich nach und nach ergänze. Hier also Teil 1:

Wie kommen Sie zu Ihren Geschichten?

Das ist – wie könnte es anders sein – unterschiedlich. Meist beginnt eine Geschichte lange, bevor ich sie schreibe, und es ist im Nachhinein schwer bis unmöglich, die Entwicklung vom ersten „Blubbern im Kopf“ bis zur einigermaßen konturierten Vorstellung oder gar zum fertigen Text nachzuvollziehen.

Dennoch kommen verschiedene „Dinge“ auf diesem Weg immer wieder vor. Oft sind es zum Beispiel zwei disparate Schnipsel – Sätze, Begebenheiten, Themen, Figuren –, die sich in meinem Kopf zu etwas Neuem verbinden und den Impuls für eine Geschichte geben.

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Rückblick auf ein intensives Vierteljahr

Stuttgarter SchriftstellerhausNun bin ich ja schon vier Monate wieder zurück, aber drüben im Stipendiaten-Blog des Stuttgarter Schriftstellerhauses hab ich endlich, endlich noch ein paar Erinnerungen hinterlassen – und freue mich aufs Wiedersehen im Oktober! Da stelle ich im Lese-Café der Stadtbibliothek meinen Erzählband vor und kann im Schriftstellerhaus „gastieren“, hurra! Alte Heimat.

Hier geht’s zum Stipendiaten-Blog.

Nachrichten aus der Kanalstraße 4

Fliegende Tiere - Stuttgarter StipendiatenblogDas Stuttgarter Schriftstellerhaus hat neuerdings ein Stipendiatenblog, und ich habe die Ehre, die Erste zu sein, die es befüllt.

So richtig habe ich erst heute damit losgelegt und werde in meinen letzten Wochen hier in Stuttgart noch einige Morsezeichen dort hinterlassen. Hier gehts zum ersten (richtigen) Blogpost, der von fliegenden Tieren, fliegender Zeit, Band 2, Abschiedsgeschenken, interessanten Fluchtwegen sowie einer Bärenklinik handelt. Grob zusammengefasst.

Schreiben, Lesen und ein schwerer Abschied. Vierte Soltauer Woche

Anderer Blick aus dem Fenster

Anderer Blick aus dem Fenster

Nun ist sie tatsächlich fertig geworden: die Erzählung, die in der Heide spielt. Ein herrlich sonniges Wochenende verbrachte ich am Schreibtisch und habe rein gar nichts vermisst. Denn sie war ja da, die Sonne, und schien freundlich auf meine Zettelwirtschaft, aus der sich langsam, langsam der Text herauskristallisierte.

So konnte ich die Erzählung am Dienstagabend in einer ersten vorzeigbaren Fassung, frisch vom Schreibtisch weg, ein paar Stufen tiefer in der Bibliothek Waldmühle lesen und von der anschließenden Diskussion mit meinen ZuhörerInnen profitieren. Das war ein schöner und anregender Abend, der anschließend an anderem Ort bei leckerem Essen und Trinken in fröhlicher Runde ausklang.

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„Literatur und Landschaft“ am 26.11.13 in Soltau: Nachlese

„Während ihrer Lesung merkten die Zuhörer schnell, dass Schäfers Erzählstimmen eine intensive Stimmung voller Erinnerungen verbreiten und deutliche Spuren beim Publikum zu hinterlassen vermögen …“

… schreibt Ann-Kathrin Meding in der Böhme-Zeitung vom 29.11.2013. Ich habe die Lesung in der schönen Bibliothek Waldmühle sehr genossen und bedanke mich bei den ZuhörerInnen für den interessanten und anregenden Austausch!

Bergsteigen, Klönschnacken, Chaosschreiben. Zweite Soltauer Woche

Naturschutzgebiet 12.11.2013 018

Foto: Hella Annecke

Nun bin ich mittendrin gewesen: in der Heide, die zu dieser Jahreszeit braun ist (was viel schöner aussieht, als es klingt), und im Wacholder. Einen Berg habe ich bestiegen, Beweisfoto anbei. Diese Weite habe ich gesehen, die sich auf Fotos kaum vermitteln lässt (jedenfalls nicht auf meinen; da müsste man schon was können): diese schöne, karge und zugleich reiche Landschaft.

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Von Riesen, Gouvernanten und Kobolden. Erste (halbe) Soltauer Woche

Soltauer Himmel-Blick unterm Dach

Soltauer Himmel-Blick unterm Dach

Von Ort und Landschaft wolle ich mich inspirieren lassen und für eine Erzählung recherchieren, die in der Lüneburger Heide spielt, hatte ich in meiner Bewerbung geschrieben. Ich konnte mich – wegen eines anderen Schreibprojekts – auf den Aufenthalt nicht so vorbereiten, wie ich mir das ursprünglich ausgemalt hatte, und das ist wahrscheinlich gut so. Nun brachte ich nach Soltau Schlafmangel, die vage Vorstellung von einer Person namens Ruth und die Idee einer Geschichte mit, an der ich vor Jahren gescheitert bin und die ich hier noch einmal ganz neu angehen wollte, mit der Lüneburger Heide als Schauplatz.

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